Wer eine nepalesische Buddha-Statue besitzt, spürt oft eine besondere Verbindung zu dem Ort, an dem die Geschichte Buddhas begann: Lumbini. Genau dort machten Archäologen einen aufsehenerregenden Fund. Unter dem Maya-Devi-Tempel kamen die Überreste dessen zum Vorschein, was als das früheste bekannte buddhistische Heiligtum gilt.
Die Entdeckung am Geburtsort Buddhas in Lumbini, Nepal, wirft ein neues Licht auf die Frage, wann die älteste buddhistische Tradition tatsächlich begann. Bei 1stBuddha verfolgen wir solche Entwicklungen mit großem Interesse. In diesem Artikel erfahren Sie, was gefunden wurde, wie es datiert wurde und warum es so bedeutend ist.
Ein hölzernes Heiligtum unter dem Maya-Devi-Tempel
Der Fund besteht aus einem Holzbau aus dem sechsten Jahrhundert vor Christus. Er wurde unter dem Maya-Devi-Tempel in Lumbini, Nepal, ausgegraben, der seit Langem als Geburtsort Buddhas anerkannt ist.
Eine mögliche Lösung für eine alte Streitfrage
Über Geburtsjahr und Geburtsort Buddhas herrscht seit Langem Uneinigkeit. Diese Entdeckung könnte helfen, die Diskussion beizulegen. Schließlich handelt es sich um den Ort, an dem er als Prinz zur Welt kam, lange bevor er sein königliches Leben hinter sich ließ.
Der Baum aus der Geburtsgeschichte
Bemerkenswert ist, dass das Heiligtum vermutlich einen Baum umschloss. Das passt zur traditionellen Geburtsgeschichte Buddhas:
- Seine Mutter brachte ihn im Garten von Lumbini zur Welt.
- Während der Geburt hielt sie sich an einem Ast eines Baumes fest.
- Der Garten lag auf halbem Weg zwischen dem Königreich ihres Ehemannes und dem ihrer Eltern.
Warum dieser Fund so besonders ist
Das hölzerne Heiligtum ist der erste archäologische Beweis, der das Leben Buddhas und die von ihm begründete Religion einem bestimmten Jahrhundert zuordnet.

Zwei Jahrhunderte früher als gedacht
Bisher reichten die historischen Belege über Buddha und den Buddhismus bis in die Zeit von Kaiser Ashoka zurück. Er bekannte sich im dritten Jahrhundert vor Christus offen zum Buddhismus, nach dem Blutvergießen seiner Kriege gegen verschiedene Stadtstaaten.
Die neue Entdeckung deutet darauf hin, dass Buddha etwa zwei Jahrhunderte früher geboren wurde.
Wie der Fund datiert wurde
Um das Alter zu bestimmen, setzten die Forscher zwei wissenschaftliche Methoden ein:
1. Radiokarbondatierung von Holzkohlestücken, die an der Fundstelle entdeckt wurden.
2. Optisch stimulierte Lumineszenz zur Datierung von Sandkörnern aus der Fundstelle.
Was sagen die Fachleute?
Die Ausgrabung wurde unter anderem von Robin Coningham geleitet, Archäologe an der Universität Durham im Vereinigten Königreich.
Ein seltener Moment für Wissenschaft und Glauben
Laut Coningham war es früheren Forschern nie gelungen, Bauwerke aus der Zeit vor Ashoka freizulegen und zu datieren. Nun gibt es erstmals eine archäologische Abfolge in Lumbini, die belegt, dass dort bereits im sechsten Jahrhundert vor Christus ein Gebäude stand. Er bezeichnete dies als seltene Gelegenheit, bei der Glaube, Tradition, Archäologie und Wissenschaft zusammenkommen.
Internationales Team und Dokumentarfilm
Coningham leitete gemeinsam mit anderen ein internationales Archäologenteam. Die Forschung wurde teilweise von der amerikanischen National Geographic Gesellschaft mit Sitz in Washington finanziert. Diese plante, im Februar weltweit einen Dokumentarfilm über die verborgenen Geheimnisse Buddhas auszustrahlen.
Buddha in Lumbini, Nepal: ein Impuls für den Erhalt
Lumbini gehört zu den meistbesuchten Pilgerstätten für Buddhisten weltweit. Man erwartet, dass diese Entdeckung den Bemühungen um den Schutz des Tempels neuen Auftrieb gibt.
Von Vernachlässigung zu Schutz
Obwohl der Tempel zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, wurde seine Erhaltung in der Vergangenheit von den örtlichen Behörden vernachlässigt.
Ram Kumar Shrestha, Nepals Minister für Kultur, Tourismus und Zivilluftfahrt, betonte die Bedeutung des Fundes für ein besseres Verständnis des Geburtsortes Buddhas. Er versicherte, dass die nepalesische Regierung alles daransetzen werde, diese bedeutende Stätte zu bewahren.
Vom alten Heiligtum zur ältesten Buddha-Statue
Bei diesem Fund handelt es sich um ein Heiligtum und nicht um eine Statue. Dennoch weckt er die Neugier auf die frühesten Formen buddhistischer Kunst. Viele Menschen suchen nach der ältesten Buddha-Statue oder den ältesten Statuen der Welt, um zu verstehen, wie sich die Verehrung Buddhas im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat.
Die Tradition der nepalesischen Buddha-Statue
Nepal besitzt eine reiche Tradition in der Herstellung buddhistischer Kunst. Eine nepalesische Buddha-Statue ist für ihre Handwerkskunst und sorgfältige Verarbeitung bekannt. Wer eine Buddha-Statue in Nepal bewundert, erkennt darin die jahrhundertealte Verbindung zwischen diesem Land und dem Leben Buddhas.

Fazit
Die Entdeckung des hölzernen Heiligtums unter dem Maya-Devi-Tempel ist von großer Bedeutung. Erstmals gibt es archäologische Belege dafür, dass der Geburtsort Buddhas in Lumbini bereits im sechsten Jahrhundert vor Christus verehrt wurde. Damit könnte seine Geburt etwa zwei Jahrhunderte früher liegen als lange angenommen.
Zudem kann der Fund zu einem besseren Schutz einer der wichtigsten Pilgerstätten der Welt beitragen. Es ist ein seltener Moment, in dem sich Glaube, Tradition und Wissenschaft gegenseitig bestärken.
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