Wer sich mit antiken Buddha-Statuen und der Geschichte von Buddha-Statuen in Indien beschäftigt, stößt früher oder später auf Bojjannakonda und Lingalakonda. Diese beiden buddhistischen Höhlenanlagen liegen beim Dorf Sankaram im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh. Sie erzählen eine faszinierende Geschichte über Mönche, Kunst und Glauben.
Der Überlieferung nach entstanden die Höhlen zwischen dem 4. und dem 9. Jahrhundert nach Christus. In dieser Zeit blühten in Sankaram alle drei großen Strömungen des Buddhismus: Hinayana, Mahayana und Vajrayana. Von monolithischen Stupas bis hin zu einer aus dem Fels gehauenen Buddha-Statue: Dieser Ort ist eine wahre Schatzkammer für alle, die sich für buddhistische Kunst und Baukunst interessieren.
Wo liegen Bojjannakonda und Lingalakonda?
Ein Hügel, zwei Seiten
Bojjannakonda und Lingalakonda liegen auf demselben Hügel, jedoch auf unterschiedlichen Seiten:
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Bojjannakonda liegt an der Ostseite des Hügels.
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Lingalakonda liegt an der Westseite des Hügels.
Gemeinsam bilden sie eines der bemerkenswertesten buddhistischen Heiligtümer in Andhra Pradesh.
Ein Hügel voller Heiligtümer
Der Hügel beherbergt eine beeindruckende Vielfalt religiöser Bauwerke, darunter:
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monolithische Stupas, aus einem einzigen Felsblock gehauen;
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aus dem Fels gehauene Höhlen;
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Gebetshallen, auch Chaityas genannt;
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Klöster, auch Viharas genannt.
Bojjannakonda: der Hügel des Buddha
Der Ursprung des Namens
Bereits vor rund 2000 Jahren sollen buddhistische Mönche auf diesem Hügel gebetet haben. Damals war er als Buddhuni Konda bekannt, was wörtlich „Hügel des Buddha“ bedeutet. Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich der Name allmählich zu Bojjannakonda.
Die Stupas an der Ostseite
An der Ostseite des Hügels steht eine große Gruppe monolithischer Stupas. Sie umgeben den Maha-Stupa, den Hauptstupa, dessen Kuppel aus Ziegeln errichtet wurde. In zwei der Ziegelstupas fand man steinerne Reliquien in Form von Miniaturstupas.

Die Felshöhlen und die Buddha-Statue in der Haupthöhle
Auf dieser Seite des Hügels befinden sich sechs aus dem Fels gehauene Höhlen. In einigen davon sind Reliefs zu sehen, die einen sitzenden Buddha mit seinen Begleitern zeigen.
Die Haupthöhle sticht dabei besonders hervor:
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Sie besitzt sechzehn Säulen, von denen fünf abgebrochen sind.
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In ihrer Mitte steht ein monolithischer Stupa.
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Direkt darüber ist in die Decke ein Schirm (Chhatra) gemeißelt. Er war ursprünglich mit der Spitze des Stupas verbunden, doch der verbindende Schaft ist verloren gegangen.
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Über der Höhle liegt ein Obergeschoss, in dem ebenfalls eine Buddha-Statue steht.
Die Göttin Hariti und die Ausgrabungen
Am Fuß des Hügels befindet sich der Überlieferung nach ein Bildnis der Göttin Hariti. Die Stätte wurde Anfang des 20. Jahrhunderts unter der Leitung des Archäologen Alexander Rea ausgegraben.
Das Besondere an diesem Ort: Hier finden sich buddhistische Kunst und Baukunst aus allen drei Phasen des Buddhismus – Hinayana, Mahayana und Vajrayana.
Lingalakonda: antike Buddha-Statuen und Reliquien an der Westseite
Eine Reihe aus dem Fels gehauener Stupas
An der Westseite des Hügels liegt eine Reihe von Höhlen, die als Lingalakonda-Höhlen bekannt sind. Charakteristisch ist die große Zahl kleiner, aus dem Fels gehauener Stupas, die gemeinsam die Form eines Bergkamms bilden.
Was die Ausgrabungen zutage förderten
Auch hier fanden Anfang des 20. Jahrhunderts Ausgrabungen unter der Leitung von Alexander Rea statt. Dabei kamen zahlreiche antike Buddha-Statuen und buddhistische Reliquien ans Licht. Außerdem fand man unter anderem:
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Töpferwaren;
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Siegel;
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Terrakotta-Tafeln mit Inschriften;
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Terrakotta-Perlen;
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Terrakotta-Figuren.
Münzen als Schlüssel zur Datierung
Besonders wertvoll waren die Münzen, die bei den Ausgrabungen gefunden wurden:
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Goldmünzen von Samudragupta aus der Gupta-Dynastie;
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Kupfermünzen des östlichen Chalukya-Königs Vishnuvardhana mit dem Beinamen Vishamasiddhi;
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Bleimünzen.
Dank dieser Funde wissen wir, dass die frühen buddhistischen Siedlungen in dieser Region aus der Zeit vom 2. bis zum 9. Jahrhundert nach Christus stammen.
Sankaram in der größeren buddhistischen Landschaft
Lehrzentren rund um Visakhapatnam
Als der Buddhismus in der Antike an Beliebtheit gewann, breitete er sich über immer mehr Regionen aus. An vielen Orten entstanden Lehrzentren mit einem wichtigen Ziel: die Lehre des Buddha zu verbreiten.
Auch rund um Visakhapatnam entstanden solche Zentren und Klöster für Mönche, unter anderem in:
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Thotlakonda;
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Bavikonda;
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Pavurallakonda.
Diese Orte blühten zwischen dem 3. Jahrhundert vor Christus und dem 3. Jahrhundert nach Christus.
Warum diese Stätten lange verborgen blieben
Mit dem Aufstieg des Hinduismus verfielen die buddhistischen Zentren allmählich. Viele Tempel und Höhlen gerieten dadurch in Vergessenheit. Erst durch archäologische Ausgrabungen wurden sie wiederentdeckt, und ihre Bedeutung konnte neu erschlossen werden.

Fazit
Bojjannakonda und Lingalakonda bieten einen seltenen Einblick in Jahrhunderte buddhistischer Geschichte. Auf einem einzigen Hügel vereinen sich monolithische Stupas, Felshöhlen, kunstvoll gemeißelte Buddha-Statuen und wertvolle archäologische Funde. Zudem ist es einer der wenigen Orte, an denen Kunst aus der Hinayana-, Mahayana- und Vajrayana-Zeit nebeneinander zu sehen ist.
Für Liebhaber buddhistischer Kunst zeigen diese Höhlen, wie tief die Tradition der Buddha-Statuen in der Geschichte verwurzelt ist. Möchten Sie diese Tradition in Ihr eigenes Zuhause holen? Dann entdecken Sie die Sammlung von Statuen und Kunstwerken in der Galerie von 1stBuddha.
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